OAP- Haus Pegasus- PEGASUS Fachschule- Fachtagung gut besucht


Gut besucht war die Fachtagung zum Thema „Traumaspezifische Fachberatung“ der Offenburger Akademie für Psychotherapie am 14.10.2016 im Hotel Mercure in Offenburg. Die Offenburger Akademie für Psychotherapie unter Prof. Dr. Kurt Schley hatte zusammen mit der Jugendhilfeeinrichtung Haus Pegasus hochrangige Referenten zu themenspezifischen Vorträgen gewonnnen. Dr. Diana Balkhausen konnte als Referentin und Tagesmoderatorin weit über 100 interessierte Gäste begrüßen.

So berichtete das „Trio aus Bottrop“ aus ihrem Integrativen Projekt im HeilPädagogischen Zentrum (HPZ) über Erfolge und Problemstellungen. Elle Schudek, Katrin Zawadski und Heidi Derks arbeiten in ihrer Einrichtung in guter Zusammenarbeit mit den Kostenträgern und Eltern die bisweilen sehr dramatischen Lebensgeschichten der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen auf. Zum Konzept gehören vollzeitige pädagogische Betreuung, verlässliche und stets verfügbare psychologische Betreuung sowie die Unterstützung der pädagogischen Arbeit durch den Einsatz von Tieren (pädagogisch ausgebildeten Pferden).
Dass dieses integrative Konzept überhaupt durchführbar wurde – so Elle Schudek – ist vor allem der großzügigen Unterstützung der behördlichen Kostenträger möglich. „Da fehlt es uns noch etwas, hier in Südbaden“, meinte Kurt Schley, „nicht zuletzt vielleicht deshalb, weil im Ruhrgebiet die Not noch größer ist“. Allgemein wurde festgestellt, dass zu sparsame Ausgaben in der Stabilisierung von Kindern- und Jugendlichen in kaum überschaubare Kostenspiralen führt, weil junge Menschen, deren soziale Integration nicht gelingt, auch nicht in soziale Regelstrukturen geführt werden und die zwingende Folge ein dauerhafter Verbleib in der Sozialunterstützung sein wird.

Nach kurzer Mittagspause wurde die Hauptreferentin des Tages Frau Hanne Shah vom Zentrum für Trauma- und Konfliktmanagement, Köln vorgestellt. Hanne Shah arbeitet seit vielen Jahren mit traumatisierten Menschen Vorort und in Notstandsgebieten und ist weit über den nationalen Einsatzbereich bekannt. Sie ist ebenfalls als Buchautorin zum Thema „Trauma-Arbeit“ über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

In ihrem Vortrag wies Hanne Shah darauf hin, dass nur wenige Institutionen dieses Problem aufgreifen und traumatisierte Menschen nicht selten mit ihrer Problematik „allein gelassen werden“. Ein Hauptproblem dieser Arbeit sei die oft lange nach der Traumatisierung – seien es häusliche Übergriffe, ein Flugzeugabsturz oder tragische Augenblicke im Kriegsgeschehen – auftretende posttraumatische Belastungsstörung. Alltagsmomente können an die traumatischen Momente erinnern und Herzrasen bis hin zu Angstpsychosen „heraufbeschwören“, in dem sie die traumatischen Erfahrungen wieder „antrickern“. Außenstehende sind in solchen Momenten hilflos und können die notwendige Unterstützung nicht leisten, weil sie sich das Verhalten nicht erklären können.

Im abschließenden Vortrag ging Professor Schley noch einmal mit den oft zögerlichen Unterstützern im Verwaltungsapparat „ins Gericht“. All zu oft werde unterschätzt, welche Folgekosten der Gesellschaft aufgeladen werden, wenn man Kinder und Jugendliche nicht zeitnah in ein „normales Leben“ zurückführt, weil man glaubt an Betreuungs- und Therapiekosten sparen zu müssen. Hier wäre eine Unterstützung – vergleichbar des Bottroper Projektes – nicht nur wünschenswert sondern im Sinne der gesellschaftlichen Funktion geradezu geboten.