Die PEGASUS Fachschule ist eine Fachschule für soziale Berufe, wie viele andere auch. Die Schule verfügt aber über eigene Stätten für freizeit und erlebnispädagogische Projekte und hat ein außergewöhnliches Ausbildungskonzept:

NEU: Ab Sommer 2017 bilden wir auch ARBEITSERZIEHER*INNEN aus.

In unserer Schule möchten wir unsere praktischen Erfahrungen im Bereich der Jugendhilfe an künftige Jugend- und Heimerzieher/innen weitergeben. Dabei ist es uns wichtig, dass das Lernen in Begegnungen stattfindet und als ein fortlaufender Prozess verstanden wird, bei dem neben einer theoretischen und praktischen Wissensvermittlung auch das eigene Erleben des/der Auszubildenden ein bedeutsamer Teil ist.

Neben einer fundierten Methodenvermittlung soll die Bedeutung der Begegnung von Mensch zu Mensch gelebt und reflektiert werden. Durch die Verknüpfung von der am Lehrplan orientierten Theorie und Praxis sollen die angehenden Jugend- und Heimerzieher/innen angeregt werden, selbst den Weg der für sie und ihre Kinder und Jugendlichen passenden Herangehensweise zu finden.

Eine Hilfestellung bieten uns die Kenntnisse der humanistischen Psychologie (nach Carl Rogers) sowie des experimentellen (erlebensorientierten) Ansatzes (nach Eugene Gendlin). Für Rogers sind im professionellen Kontakt mit Klienten folgende Grundhaltungen wesentlich:

  • Empathie (einfühlendes Verstehen)
  • Positive Wertschätzung (Akzeptanz)
  • Kongruenz (Echtheit und Selbstkongruenz)
  • Präsenz (Gegenwärtigkeit)

Dies möchten wir für die praktische Arbeit auch an unsere Auszubildenden vermitteln.  Unser Logo – das geflügelte Pferd Pegasus – symbolisiert einen weiteren Schwerpunkt und den pädagogische Ansatz unserer Arbeit: Der Kontakt mit Tieren und der Natur ermöglicht uns und unseren Kindern und Jugendlichen erlebensorientierte Erfahrungen und konstruktive Verhaltensänderungen. Deshalb nimmt die Vermittlung von erlebnis-, natur- und tierpädagogischen Methoden einen wichtigen Teil in der Ausbildung ein.

In der Begegnung von Mensch zu Mensch, von Mensch und Tier sowie als Mensch in der Natur möchten wir den Auszubildenden das theoretische und praxisrelevante Wissen vermitteln, welches Sie für die Arbeit mit jungen und betreuungsbedürftigen Menschen brauchen.

Ziel der Ausbildung

Ziel der Ausbildung ist die Befähigung, selbstständig und eigenverantwortlich Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben zu übernehmen und in sozialpädagogischen Bereichen als Jugend- und Heimerzieher/in tätig zu sein.

Die Ausbildung vermittelt damit berufliche Handlungskompetenz:

  • Die Jugend- und Heimerzieher/in soll fähig und bereit sein, in einer sozialpädagogischen Institution sach- und fachgerecht, persönlich durchdacht und dem Auftrag entsprechend verantwortlich und leitend zu handeln.
  • Sie/er kann anstehende Herausforderungen zielorientiert lösen und die gefundenen Lösungen bewerten. Die Fähigkeit und Bereitschaft zur beruflichen Weiterentwicklung ist notwendig.
  • Die Jugend- und Heimerzieher/in soll bereit sein, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, ethische Werte zu achten und sich mit eigenen Wertvorstellungen und denen der Mitmenschen offen auseinander zu setzen.
  • Die berufliche Handlungskompetenz umfasst sowohl Sachkompetenz und Methodenkompetenz als auch Selbstkompetenz und Sozialkompetenz.

Sachkompetenz bedeutet die Fähigkeit:

  • Wissenschaftliche Erkenntnisse in berufliches Handeln umzusetzen.
  • Entwicklungsmöglichkeiten und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in den verschiedenen Altersgruppen zu erkennen und entsprechende pädagogische Angebote zu planen, durchzuführen, zu dokumentieren und auszuwerten.
  • Aufgrund der Kenntnis von sozialen, rechtlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen die Lage von Kindern, Jugendlichen und ihrer Eltern zu erfassen und Unterstützung in Konfliktsituationen zu leisten.
  • Aus der Kenntnis betriebswirtschaftlicher, rechtlicher und organisatorischer Zusammenhänge angemessenes berufliches Handeln abzuleiten.

Methodenkompetenz bedeutet die Fähigkeit:

Sozialpädagogische Methoden zur Beobachtung, Dokumentation, Reflektion und dem Verstehen von Erziehungs- und Beratungssituationen anzuwenden, in ihrer Wirkung zu analysieren und zu beurteilen

  • Die berufliche Tätigkeit als Prozess der eigenen Professionalisierung zu strukturieren, d.h. Strategien zu entwickeln und zu dokumentieren, um selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln und dabei die wechselnden Anforderungen der Praxis zu berücksichtigen.

Selbstkompetenz bedeutet die Fähigkeit und Bereitschaft:

  • Sich in andere Menschen einzufühlen, sich selbst zu behaupten sowie vermittelnd und ausgleichend tätig zu sein.
  • Sich mit der Berufsrolle zu identifizieren und mit berufsspezifischen Anforderungen, Belastungen und Problemen reflektierend umzugehen.
  • Die Wirkung des eigenen Handelns bei den Adressaten zu beurteilen, das eigene sozialpädagogische Handeln kritisch zu hinterfragen und eigene Konzepte weiterzuentwickeln.

 

 Sozialkompetenz bedeutet die Fähigkeit und Bereitschaft:

 Handlungsstrategien zur Gestaltung von Gruppensituationen und von Teamarbeit – auch im interkulturellen Kontext – zu entwickeln und situationsgerecht einzusetzen.

  • Mit Menschen in ihrer Verschiedenheit in berufliche Beziehung zu treten, Kontakte angemessen zu gestalten, mit Störungen und Konflikten umzugehen und problemlösende Vermittlungs- und Aushandlungsprozesse zu entwickeln und zu gestalten.
  • Für die Zusammenarbeit mit Partnern und Institutionen im Gemeinwesen geeignete Strukturen zu erkennen, zu entwickeln und aufrechtzuerhalten.